2 Tage Havanna – die Stadt der Gegensätze.

La Habana – hier beginnt unsere 3-wöchige Rundreise durch Kuba.

HABANA-oh-na-na-na…

Habana Vieja weckt die Lust aufs Leben. Es gibt nichts schöneres, als sich in den Straßen Havannas zu verlieren. Erstaunlich dabei: Es braucht nur wenige Seitenstraßen abseits der überfüllten Hauptstraße „Obispo“ und wir werden konfrontiert mit der wahren Realität der Kubaner. Die Häuser sind marode, verfallen, rissig. Nichts von dem Glanz der Restauration drei Straßen weiter kommt hier an.

Noch deutlicher wird es in Centro Habana, dem am dichtest besiedelten Teil Havannas. Touristen findest du hier eher selten, meist nur an den Randgebieten. Schnell erkennst du, dass die Straße für die Kubaner der Lebensmittelpunkt ist: Sie sitzen auf der Treppe, versuchen etwas zu verkaufen, Kinder spielen in den Gassen Fußball. Die Armut ist spürbar, doch gleichzeitig auch die Lebensfreude. Weil mich das teils schwere Alltagsleben der Kubaner just in diesem Moment bereits berührte, folgt bald ein Bericht über die Achterbahnfahrt eines Kubaners – ob mit den Rationen, der Währung o.ä.. Abends gilt das Centro Habana leider als sicherheitskritisch.

Ein Grund, weshalb wir uns für die 3 Nächte eine Unterkunft in Habana Vedado gesucht haben: das Boutiquehotel Arte Calle 2 (Bericht folgt). Habana Vedado ist der moderne Stadtteil der Hauptstadt, in welchem du ebenfalls eine Brise Meer am Malécon (Uferpromenade) bekommst. Hier geht es weitaus ruhiger zu als in Habana Vieja.

AUF INS KUBANISCHE LEBEN – TAG 1 & 2:

DIE ALTSTADT UND DIE STRASSENKREUZER.

Die karibische Metropole zählt insgesamt 2,1 Mio. Einwohner. Der Tourismus spielt sich in Habana Vieja, der Altstadt, ab. Wunderschöne koloniale Prachten ziehen die Masse magnetisch an. Und auch uns. Der Weg vom Hotel ist super per Taxi zu erreichen. Wir steigen am Capitolio (Kapitol), welches zu unserer Zeit (2018) noch restauriert wird, aus. Daneben befindet sich der „Park der Brüderlichkeit„. Meine Aufmerksamkeit zieht jedoch etwas anderes an: Der Straßenverkehr. Pferdekutschen, hupende Oldtimer und Motorroller, Fahrrad-Taxis. Und das ist erst der Anfang von dem, was man auf Kubas Straßen zu sehen bekommt. Stundenlang könnte ich die Straßenkreuzer in der Hektik ablichten…

HABANA MIT DEM OLDTIMER ERLEBEN.

Einen ersten Eindruck Havannas verschaffen wir uns am Tag 1 mit einer 90-minütigen Fahrt im Oldtimer. In diesem Moment war mir noch nicht bewusst, das unser Fahrer an dem Tag mehr mit unserem Geld verdient hat, als ein kubanischer Arzt im Monat (Blogbeitrag dazu folgt bald).

Auf unserer Oldtimer-Rundfahrt kamen wir u.a. an Chinatown, dem Plaza de la Revolucion und dem John Lennon Park vorbei. Einzigartig war bei dieser Tour das Gefühl im Oldtimer. Wir spüren den warmen Fahrtwind, überwinden Hürden in der spanischen Kommunikation und versuchen, so viel Kuba aufzuschnappen, wie es nur geht.

HABANA ZU FUß ERKUNDEN.

In der Altstadt gibt es viele Sehenswürdigkeiten, Museen und Plätze zu entdecken. Wir schlendern zunächst zur 7. bekanntesten Bar der Welt: El Floridita, direkt an der Calle (Straße) Obispo – einer der beliebtesten und vollsten Straßen Havannas. Hemingway genoss hier stets seine Daiquiris. Wir hatten leider Pech und die Bar war mehr als überfüllt – keine freien Plätze, Menschenmassen innerhalb des Gangs. Für unseren Geschmack zu touristisch, sodass wir El Floridita nach 2 Minuten wieder verließen. 

Da wir bereits am 1. Tag in die Welt des Tabaks und Rum eintauchen möchten, besuchen wir das Casa del Ron y del Tobaco – zentral am Anfang der Calle Obispo gelegen. Hier findest du eine gute Auswahl an Zigarren, Rum und Likören. Danach haben wir die Hauptstraße wieder verlassen und das eigentliche Havanna gesehen – ruinenartig. Diese Stadt weckt so viele Emotionen mit seinen Facetten. Unser Weg führt uns vom Plaza del Cristo über den Plaza Vieja, Plaza de San Francisco, Plaza de Armas und Plaza de la Catedral hin zum Plaza 13 de Marzo. Bereits am 1. Tag wussten wir, dass Havanna bleibende emotionale Eindrücke bei uns hinterlassen wird.

HABANA AUSSICHT – IMPRESSIONEN.

Den 2. Tag starten wir nach unserem Frühstück im Hotel auf dem Dach des Iberostar Hotels in Habana Vieja. Die Aussicht von oben zeigt, wovon ich bereits sprach: Der schmale Grat zwischen Pracht und Verfall. Dennoch – ich persönlich liebe es, Städte von oben anzuschauen.

EL MALÉCON.

Der Malécon ist eine 8-kilometerlange Uferpromenade, welche die drei Stadtteile Havannas miteinander verbindet. Spaziert man diesen entlang, erlebt man einen Mix aus vielerlei Architekturstile verschiedener Zeitalter. Der Malécon ist ein beliebter Ort, um den Sonnenuntergang zu genießen, weshalb die Promenade zum Abend voller wird. Für mich ist es tagsüber auch ein Ort, um „zu sein“, aufs Meer zu schauen und Habana auf sich wirken zu lassen.

Sei dir aber bewusst, dass es eine Betonpromenade an einer viel befahrenen Straße ist. Wer sich hier ein anderes Flair vorstellt, wird vielleicht enttäuscht. Und: Such dir einen einsamen Platz. Denn die Musiker, Verkäufer und Zauberer wittern hier jede Gelegenheit, 1-5 CUC zu verdienen. Hin und wieder ganz schön, jedoch manchmal auch sehr aufdringlich.

CAFÉ EL DANDY & HELADERIA COPPELIA.

Absoluter Tipp für ein leichtes Mittagessen oder einen Drink ist das Café El Dandy in Habana Vieja. Klein und gemütlich, erinnert es an eine Galerie – super schön und stilvoll ausgestattet. Die Tapas und Mojitos sind hier sehr zu empfehlen, das kubanische Ambiente lädt zum runterkommen und Beobachten des Geschehens auf der Straße ein. Ein perfekter Ort, um in Habana Vieja vom Trubel und dem Sightseeing für kurze Zeit Abstand zu nehmen.

Den Tipp unseres Reiseführers des Eispalasts Heladeria Coppelia möchten wir natürlich auch selbst beurteilen. Als wir hier ankommen, wirkt alles etwas skurril. Eine riesige Menschenschlange wartet vor der Grünanlage mit viel Beton, um vom Kontrolleur hereingewunken zu werden – 99% sind Einheimische. Als Touristen wurden wir befremdlicherweise direkt zum „CUC-Teil“ (Touristenwährung) des Eispalasts geführt – ohne jede Warteschlange. Die Einheimischen gehen in den „CUP-Pavillon“ (nationale Währung) nach stundenlangem Warten. Schnell ist das politische System hier zu spüren. Unabhängig davon, dass wir nur zwischen 3 Eissorten wählen konnten, das Eis durchschnittlich geschmeckt hat und überteuert war, empfinden wir diese Regelung als zu bizarr. Den Besuch kannst du dir hier wirklich sparen. – Es sei denn, du möchtest mit Einheimischen in Kontakt kommen. Für einen Plausch ist die Warteschlange natürlich äußerst gut. Leider verfügten wir nicht über nationales Geld und haben erst im Nachhinein die Trennung des Eispalasts verstanden.

Sonstige Restaurants zum Mittag- und Abendessen sind keine Highlights/Ausreißer, die wir hier erwähnen müssen.

DO’S AND DONT’S

Do:

  • Capitolio
  • Oldtimer-Rundfahrt
  • Habana Vieja: Straßen abseits des Trubels zu Fuß entdecken
  • Havanna von oben
  • Malécon
  • Café El Dandy

Don’t:

  • El Floridita (überfüllt & überteuert)
  • Heladeria Coppelia (bizarr)

Meine Empfehlung für euch ist, 2-3 Tage für Havanna einzuplanen. Wer ein bisschen mehr Abwechslung oder Kultur haben möchte, kann hier auch gut mehr als 3 Tage verbringen.

UNSERE REISEKOSTEN FÜR 2 TAGE HAVANNA (pro Person)

Unterkunft (3 Nächte): 185,- EUR

Transport: 8,- EUR (Taxi Collectivo) + 17,- EUR Flughafentransfer

Verpflegung: 13,- EUR Frühstück + 40,- EUR Drinks, Wasser, Eis, Mittag- und Abendessen

Freizeit:  13,- EUR Oldtimer-Rundfahrt, 5,- EUR Trinkgelder

GESAMT: 281,- EUR p.P.

Anmerkung: Circa-Preise. 1 CUC = 1 USD, Umrechnung USD : EUR zum tagesaktuellen Kurs (07.04.18)

2 Kommentare zu „2 Tage Havanna – die Stadt der Gegensätze.

  1. Eine tolle (Grundsatz-) Idee, Caro.

    Speziell zum Reisebericht „Habanna“ gefallen mir deine Bilder und besonders die guten Tips, einfach mal von den restaurierten Hauptstraßen abzubiegen sowie einen Ausblick von oben zu genießen.
    Zur zweiten Empfehlung kann ich aus eigener Erfahrung hinzufügen, dass eine lohnenswerte Alternative der Besuch der Camera Obscura (am Plaza Vieja) inklusive tollem Rundumblick / -ausblick ist.

    Ach ja, Danke für die sehr angenehme gemeinsame Zeit rund um Viñales.
    Ich freue mich schon auf weitere Posts…

    Christian (aus Franken ;-))

    Gefällt 1 Person

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